Dienstag, 25. november 2008 2 25 /11 /2008 17:06

 Manchmal, wenn man kurz davor ist, aufzuwachen, aber das Reich der Träume ihn noch nicht ganz aus seinen warmen Pfoten loslässt, befindet man sich in einem ganz bestimmten Zustand. Dieser Zustand zwischen Schlaf und Realität dauert nur wenige Sekunden, aber man schafft es auch in dieser kurzen Zeit sich zahlreiche Fragen zu stellen, wie zum Beispiel: Welcher Tag der Woche ist heute? Welche Jahreszeit haben wir jetzt? Wo bin ich? Wie spät ist es?

Neben diesen Fragen, die klar und deutlich formuliert sind, gibt es andere Fragen, die etwas später kommen, die man noch nicht formulieren kann, sondern nur ahnt. Es sind mehr Gefühle. Zum Beispiel man fragt sich, was wollte ich eigentlich heute als erstes tun? Oder, ein Gefühl von Freude begleitet einen beim Aufwachen. Man kann den Grund dafür noch nicht feststellen, aber man ahnt, dass gestern etwas Schönes passiert ist oder dass heute irgendein Fest ist. Man kann auch ganz nervös und unruhig aufwachen und nach einigen Sekunden erinnert man sich an die heutige Prüfung.

Man kann auch mit einem traurigen Seelenzustand aufwachen wie ich heute Morgen. Mein Wecker klingelte, ich machte meine Augen auf und dann kam dieses Gefühl, dass etwas schlimmes da war, aber was genau? Vielleicht habe ich nur schlecht geträumt? Nein, leider war es Realität, was mich belastete und ich fing langsam den Grund für meine Depression zu begreifen. Ja, es war mein Gespräch bei der Ausländerbehörde und meine Anfrage für eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung.  Das Amt versprach mir die schöne deutsche Green Card vor einem halben Jahr, dachte sich allerdings jetzt eine interne Änderung aus und machte damit meine Hoffnung auf ein ruhiges Leben kaputt. 6 Jahre lang wird mir mein Visum verlängert, und das mit Anwälten, Tränen und Ängsten.  Leider ist auch dieses und höchst wahrscheinlich nächstes Jahr nicht vorbei.

Das dachte ich in den wenigen Sekunden heute Morgen kurz vor dem Aufwachen.

von Birdy - Community: Migration
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  • : Hallo! Ich bin Birdy. Mein Pseudonym entstand aus meinem Nachnamen, den man aus dem Russischen als Adler übersetzen würde. Der zweite Grund ist, dass ich eine Einwanderin bin, also ein Zugvogel.

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